Vom Lebenssaft zur Zivilcourage

Raffael: Schule von Athen (1510-11)

Nach den guten Erfahrungen mit Ulrike Guérots Europa-Buch im letzten Sommersemester werde ich ab April wieder einen Lektürekurs anbieten: diesmal zu Timothy Garton Ashs „Redefreiheit“. Buch und Projekt sind aus TGAs Lehrtätigkeit in Oxford und vielen, vielen Auslandsreisen und -kontakten entstanden, eine dazugehörige multilinguale Website liefert zusätzliche Hintergründe und Materialien. Die Website wurde von Oxforder Masterstudenten erstellt – der studentische Bezug wird es mir hoffentlich erleichtern, meine Zweitsemester zur gründlichen Lektüre von fast 600 Seiten theoriesatter Sachliteratur zu motivieren.

Aber der Text ist nicht trocken, er steckt voller aktueller Geschichten und Kontroversen, und es wird uns nicht schwerfallen, immer neue Anwendungsfälle für die 10 Prinzipien zu finden, die TGA mit seinen Studierenden aufgestellt hat – vom Rechtspopulismus, der immer wieder Redefreiheit für menschenverachtendes, dummes Zeug beansprucht, bis hin zu jenen bedrohlichen Grenzfällen, in denen sich militante Gegner der Redefreiheit auf die Autorität eines vermeintlich göttlichen Worts berufen.

1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.