Ernte und Fragen

In den letzten zwei Tagen gab es in Dieburg Diplomkolloquien. Kluge junge Leute mit leicht geröteten Ohren haben, mal selbstbewusst, mal eher schüchtern verteidigt, was sie in den letzten drei Monaten erarbeitet haben. Wir Lehrenden stehen dabei selbst immer mit auf dem Prüfstand. Gottseidank sind die Diplomanden meist viel zu aufgeregt, um das zu merken.

Ein paar Fragen, die sich mir während der Gespräche aufgedrängt haben: Warum denken wir den Journalismus immer noch vor allem vom Angebot her und nicht vom Bedarf? Und warum lernen wir Online-Journalisten bei den Formaten immer noch vor allem vom Print, und so wenig vom Rundfunk? Warum gibt es zum Beispiel so wenig Studiogespräche? Bei meinen Besuchen in den großen chinesischen Portalredaktionen waren die TV-Studios ständig im Einsatz. Warum macht das in Deutschland kaum jemand?

2 Kommentare

  1. Dabei geben sich Sixtus, Lobo und auch die Frau Merkel doch redlich Mühe, auch, wenn letztere lieber podcasted 😉 Nach den polemischen Exkursen der vergangenen Wochen darf man schon fast froh sein, wenn eine Frau Steinbach „nur“ im Morgenmagazin zu finden ist, nicht aber dauerhafte Onlinepräsenz entwickelt. Schade, dass die guten Radiomoderatoren der 80/90er nur den Weg ins TV, nicht aber auf die Online-Bühne nehmen konnten. Jauch, Gottschalk, Koschwitz – leider alle ohne Onlineambitionen.

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