Prinzip Universalität: Warum wir die „Zwangsgebühren“ verteidigen sollten

Gerade mal wieder im letzten Moment meinen Pitch für die kommende re:publica 10 eingereicht.

KURZTHESE: Öffentlich-rechtliche Medien werden gerne und oft zu recht kritisiert. Vieles sollte an dem System – auch grundlegend – verändert werden. Aber die Kritik am Finanzierungsmodell (Rundfunkabgabe) ist verfehlt und geht in eine gefährlich falsche Richtung: Denn nur mit den viel geschmähten „Zwangsgebühren“ lässt sich eine universelle und öffentlich legitimierte Grundversorgung an Information, Bildung und Unterhaltung erreichen.

BESCHREIBUNG: In Großbritannien versuchen seit einiger Zeit eine wirtschaftsliberale Lobby und die Tories, die BBC mithilfe der Gebührenpolitik zu demontieren. Was vordergründig als „Dekriminalisierung“ einzelner Gebührenverweigerer verkauft wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Einführung eines Abomodells durch die Hintertür. Damit wird aber der Universalitäts- und Gleichheitsgedanke, der der Gründung der BBC und auch unserer öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland zu Grunde liegt, zu Grabe getragen. Und es gibt – gerade angesichts der aktuellen Krise der Medien und insbesondere des Qualitätsjournalismus – auch in Deutschland sehr gute Gründe, diese Gründungsideen nicht nur beizubehalten, sondern mit neuem Leben zu erfüllen. Und was irrtümlich oft als „Zwangsgebühren“ empfunden wird, ist in Wahrheit der Schlüssel zu einer Wiederaneignung der öffentlich-rechtlichen Medien durch die Öffentlichkeit.

Die Veranstaltung ist als 30-minütige Diskussion (mit Impulsreferat) angelegt. Jetzt hoffe ich mal, dass mich die r:p-Macher wieder auf eine ihrer Bühnen lassen, und dass sie mich dazu nicht wie beim letzten Mal in die Media Convention verfrachten. Denn die hat leider sehr wenig vom Spirit der re:publica und wird immer mehr zu einer weiteren Fachkonferenz für die Medienbranche. Das wäre für mein Anliegen die falsche Zielgruppe…