Blogs In White Satin

Einer meiner Lieblingssites veranstaltet gerade seinen jährlichen Weblog-Wettbewerb. In der Kategorie „Best German Blog“ hat dort im letzten Jahr ausgerechnet das „Atlantic Review“ den Titel gewonnen – ein Auftritt dreier Fulbright-Alumni, der in meinen Augen arg nach einer PR-Veranstaltung der US-Regierung riecht. Ich hoffe, dass in diesem Jahr nicht auch noch die „Achse des Guten“ den Preis gewinnt.

4 Kommentare

  1. „der in meinen Augen arg nach einer PR-Veranstaltung der US-Regierung riecht.“

    Deine Augen können riechen? 😉

    Vielleicht solltest Du Dich nicht auf Deine riechenden Augen verlassen, sondern z.B. mal diesen Beitrag bei uns lesen: http://atlanticreview.org/archives/562-Why-direct-negotiations-with-North-Korea,-but-not-with-Iran.html

    oder: http://atlanticreview.org/archives/543-Tribute-to-Marla-Ruzicka-and-other-Idealists-Risking-their-Lives-out-there.html

    http://atlanticreview.org/archives/519-The-Blame-America-Last-Argument.html

    oder eigentlich alle anderen Beiträge auch.

    Was gefällt Dir an der Atlantic Review nicht? Missfällt Dir, dass wir uns nicht darauf beschränken nur die USA zu kritisieren, sondern auch Deutschland kritisieren?

  2. Hmm, richtig… Das nennt man dann Synästhesie, nicht? Naja, war halt spät am Abend.

    Lassen wir die Augen mal beiseite, obwohl sie im synästhetischen Konzert durchaus ihren eigenen Beitrag leisten: Wie Sie zu diesem ‚Gerüchle‘ kommen, überrascht Sie doch nicht im Ernst, oder?

    Wenn ich mich von Amts wegen mit dem Imagedesaster der gegenwärtigen US-Regierung zu beschäftigen hätte, und dabei nicht primär mit den wirklich wichtigen Schauplätzen im Nahen Osten, im südlichen oder fernöstlichen Asien, sondern mit so vernachlässigbaren Regionen wie dem guten alten Europa – dann würde ich vermutlich auf eine ähnliche Idee kommen. Ich würde mich der treuen Freunde bei Fulbright und ähnlichen Instititutionen erinnern. Ich würde sie zu einem Privatissimum mit Josef Joffe einladen und ihnen ein kleines aber feines publizistisches Projekt schmackhaft machen. Mit etwas Glück werden sich da welche finden, die nach dem Stöckchen springen.

    Dass das Niveau im Resultat dann etwas höher liegt als bei, sagen wir, Davids Medienkritik, und dass man vorsichtig wäre, sich zum Beispiel im zu engen Verbund mit reaktionären „Topbloggern“ wie Michelle Malkin und Konsorten zu präsentieren, das alles spricht durchaus für die Intelligenz der Macher.

    Alles in allem würde dabei, vermute ich, doch ein Produkt herauskommen, das der denkende Amerikafreund nur mit Stirnrunzeln zu lesen vermag. In einer Zeit, wo der nämlich sehr genau hinschaut und so viel amerikanisches Zeug liest wie seit Jahren nicht mehr, wo er mit Sorgen Quellen wie „Political Theory Daily“ durchforstet, sich bei dissidenten Militäranalytikern aus dem Umfeld des legendären John Boyd Einschätzungen des Irak-Kriegs holt, bei Experten wie Richard Clarke darüber informiert, wie vergangene Regierungen mit der terroristischen Bedrohung umgegangen sind, in einer Zeit, wo er seinen Glauben an die Kraft des US-amerikanischen Geistes gerade NICHT verliert, wenn er die Argumentations- und Wortgewalt der verbliebenen (und nunmehr langsam endlich auch wachsenden) Opposition erlebt – in einer solchen Zeit sticht das zustandegekommene Produkt dann doch durch seine insgesamt schale Affirmation deutlich ab.

    Nehmen Sie es mir nicht übel, aber mir fehlt bei Ihrem Blog einfach ein Widerhall der simplen Tatsache, dass die USA dank ihrer gegenwärtigen Regierung buchstäblich am Abgrund steht. Jemand, der dieses Land liebt, kann das nicht übersehen.

  3. „der denkende Amerikafreund nur mit Stirnrunzeln zu lesen vermag.“

    Was verursagt Stirnrunzeln? Seien Sie doch bitte etwas Konkreter.

    Sie werfen uns vor, eine „PR-Veranstaltung der US-Regierung“ zu sein, schreiben aber nicht, welche Texte, Argumente, Aussagen, Zitate etc auf unserem Blog diesen Eindruck verursagt haben.

    Ihre Kritik beruht anscheinend ausschliesslich auf ihrer gefühlsmässigen Wahrnehmung. Sie wirken sehr gefühlsorientiert. Das ist Ihr Recht, aber Ihre Kritik an unserem Blog wird dadurch nicht gerade glaubwuerdig.

    Daher möchte ich vorschlagen, dass sie mal lesen, was wir geschrieben haben.

    Inhaltliche Kritik begrüssen wir sehr. Danke.

    „Widerhall der simplen Tatsache, dass die USA dank ihrer gegenwärtigen Regierung buchstäblich am Abgrund steht.“

    Das wird nun schon seit mind. 100 Jahren immer mal wieder konstatiert.

    Einen Abgrund wie Deutschland haben die USA nie erlebt.

    Sie erwähnen Richard Clark. Wir haben ihn auch zitiert: http://atlanticreview.org/archives/560-Gratitude,-Gambling,-and-Moral-Response-President-Bush-and-Others-About-Iraq.html

    http://atlanticreview.org/archives/146-Opposition-within-the-Bush-administration.html

    http://atlanticreview.org/archives/419-Iraq-War-Made-the-Global-Terror-Problem-Worse.html

    „seine insgesamt schale Affirmation deutlich ab.“

    Was? Wo? Seien Sie doch mal ein bisschen Konkreter. Was für eine Affirmation?

    Sie wirken ein bisschen so wie die Leute, die sich einredeten Saddam hätte WMD, weil sie sich das so wünschten.

    Ihre Kritik beruht anscheinend nicht auf Fakten, sondern Truthiness. http://atlanticreview.org/archives/337-Bullshit-and-Truthiness.html

  4. Sie unterstellen mir persönlich Emotionalität. Sie unterstellen mir eine Einstellung „wie die Leute, die sich einredeten Saddam hätte WMD, weil sie sich das so wünschten“, Sie unterstellen mir „Truthiness“. Ihr Blog rubriziert Kritiker gegenwärtiger politischer Entwicklungen in den USA immer wieder pauschal mit dem Label „Anti-Amerikanismus“. Und Sie wollen, dass ich mich ernsthaft mit Ihnen und Ihrem Blog auseinandersetze?

    Nein, ich sehe mich nicht in dieser Verantwortung. Ich mag Ihr Blog nicht besonders, aus den genannten Gründen, und ich kenne genügend für mich interessantere Quellen. Nicht mehr habe ich zu Protokoll gegeben, und dabei werde ich es auch belassen. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Woche.

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